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Entgegnung
anlässlich des medialen Großangriffs auf die Homöopathie
im September 2005: Und sie zerkugerlt
sich doch!
(Oder: Sollte sich nicht auch die Schulmedizin das Kugerl
geben?)
Seit Wochen betrachte ich mich mit zunehmender
Bewunderung im Spiegel ob der offenbar magisch
heilsamen Wirkung meiner homöopathischen Gesprächsführung,
die ich seit nunmehr 17 Jahren rituell
damit abschließe, eine unwirksame weiße Milchzuckerkugel
zu verordnen.
Ein völlig neues Identitätsgefühl,
fast eine Erfahrung von Spaltung, denn die Psychotherapeutin
in mir
blickt bekümmert zur Homöopathin in mir, die soviel
erfolgreicher zu plaudern scheint. Woher hat sie
das nur? Neulich rief mich die Mutter einer Dreijährigen
an, deren Hausarzt eine eitrige Angina
diagnostiziert hatte.
In diesem Falle waren es lediglich drei Fragen meinerseits
und das Aussprechen des Namens „Mercurius Solubilis
D30“, die die Angina zum Verschwinden brachten (die
rituelle Verabreichung unwirksamer Milchzuckerkügelchen,
die ein homöopathischer Apotheker in einer Flüssigkeit
gewälzt hatte, aus der
wiederum in einem mühseligen „Potenzierungsprozess“
zuvor zur Sicherheit jedes Molekül der Substanz „Merucurius
Solubilis” entfernt worden war, kann natürlich
im Sinne eines Placebo auch beigetragen haben).
Sarkasmus beiseite – mein Anliegen
ist es, eine andere Ebene in die leidige Diskussion über
die Wirksamkeit der Homöopathie zu bringen, - nämlich
die Metaebene einer ausreichenden Distanz, aus der für
Vertreter sämtlicher Wissenschaften klar sein sollte,
dass wir alle immer innerhalb eines Modells denken und argumentieren,
- niemand kann für sich einen exklusiven Zugang zu einer
äußeren Wirklichkeit beanspruchen, und jeder „state
of the art” ist dies innerhalb eines Modells und jeweils
meist nur für kurze Dauer.
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